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Wie eines der größten Judovereine in Salzburg entstand...

Im Jahre 1964 übten einige sportbegeisterte Halleiner beim PSV Salzburg den Judosport aus. Adolf Hiebaum, Mitglied der Nationalmannschaft, hatte damals den Einfall, in Hallein einen Judoverein zu gründen.


Judo war damals noch ein sehr junger Sport.

Unter Mitwirkung von Hermann Knapp, Günther Schwitzer, Alex Hegedüs sen. und Walter Hutzinger wurde diese Idee im Oktober 1964 verwirklicht. Im ersten Jahr trainierte man auf ausgeliehenen Ringermatten und war mit dem Aufbau beschäftigt. Da die Gründungsmitglieder durchwegs Arbeitnehmer waren, hat man sich unter dem Dachverband ASKÖ dem ATSV Hallein als „Sektion Judo“ angeschlossen. Nach Überprüfung der Durchführungsbestimmungen durch den Landesverband Salzburg wurden wir als neuer Judoverein in den ÖJV aufgenommen.

Im November 1966 erhielt die Sektion Judo vom ASKÖ Salzburg die erste eigene Judomatte. Durch die gute Kameradschaft und den Trainingsfleiß der damaligen Mitglieder konnte am 2. Jänner 1966 beim ersten öffentlichen Auftritt in der Judoszene bei einem freundschaftlichen Mannschaftsturnier in Bad Hofgastein der gute 3. Platz erkämpft werden. In dieser Mannschaft standen Walter Hutzinger, Günter Schwitzer, Alexander Hegedüs sen., Franz Hemetinger und Adolf Hiebaum. Karl Engelsberger trat 1966 dem Verein bei. Da die Art und Weise, wie er mit Kindern umging, sehr erstaunlich war, wurde er bereits 1967 als Kindertrainer eingesetzt. Auch mit 78 Jahren stand „Charly“ noch 3x in der Woche auf der Judomatte und vermittelte den Kindern die Grundbegriffe des Judosportes. Aufgrund seiner Verdienste um den Judosport wurde ihm anlässlich seines 70igsten Geburtstages vom ÖJV der 5. DAN verliehen. Unter der Leitung des Sektionsobmannes Ing. Rudolf Voglmeier und seines Nachfolgers Hans Weikl sowie die Arbeit des Trainers Adi Hiebaum ging es mit der Sektion Judo steil bergauf. 1968/69 wurde die Herrenmannschaft Salzburger Landesmeister und qualifizierte sich dadurch für die Staatsliga. In dieser Mannschaft kämpften Franz Krallinger, Franz Landatinger, Walter Hutzinger, Gerhard Kastner, Johann Hochradl, Josef Bernegger, Franz Hemetinger, Hermann Graspointner, Peter Windhofer, Maultasch Leo, Johann Weikl und Günter Schwitzer. Von 1970 – 1974 kämpfte die Herrenmannschaft in der Österreichischen Bundesliga. Ein absoluter Höhepunkt war der 4. Gesamtrang 1973. In dieser Mannschaft kämpfte im Schwergewicht auch der damalige Trainer und mehrfache EM-Medaillengewinner Erich Butka.


Charly Engelsberger stand auch noch mit 78 Jahren 3x in der Woche auf der Judomatter.

Anfang der 70-iger Jahre wurde mit dem Bau der heutigen „Thomas Stangassinger Halle“ begonnen. Die Mitglieder des Judovereines leisteten damals viele unentgeltliche Stunden, wodurch diese Sporthalle mit geringen Mitteln errichtet werden konnte. Leider steht diese Sporthalle dem Verein für Trainingszwecke heute nicht mehr zur Verfügung. Aufgrund von Rücktritten im Vorstand und einiger verletzter Kämpfer stiegen wir im Jahre 1974 freiwillig aus der Staatsliga aus. In den folgenden Jahren wurde sehr intensiv im Nachwuchsbereich gearbeitet und wir waren bei den verschiedensten nationalen und internationalen Turnieren vertreten. Die Herrenmannschaft kämpfte mit gutem Erfolg in der Landesliga A. Diese Mannschaft bestand aus den Kämpfern Manfred Mayrhofer, Erich Schrofner, Christian Schulz, Matthias Singer, Johann Angerer, Franz Hemetinger, Rupert Brunauer, Franz Krallinger und Alex Hegedüs sen. um nur einige zu nennen. Es gab auch einige sehr gute Plazierungen im Nachwuchsbereich bei Österreichischen Meisterschaften. Die sportlichen Aushängeschilder des Vereines waren damals Peter Lessacher, Gerhard und Hildegard Hettegger, Heini Bonecker, Andreas Golser und Alexander Hegedüs jun. Im Damenbereich war Erna Lessacher sehr erfolgreich. Sie wurde 1975 Staatsmeisterin in der Allgemeinen Klasse und konnte sich in den folgenden Jahren noch mehrmals platzieren. Der Höhepunkt war jedoch die Teilnahme bei den Damen Europameisterschaften 1976 in Wien und 1977 in Belgien. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens wurden am 22. September 1984 ein internationales Jugendeinzelturnier und ein internationales Mannschaftsturnier in der Salzberghalle in Hallein veranstaltet. Das Mannschaftsturnier konnte die Mannschaft des ATSV Hallein für sich entscheiden.


Anfang der 70-iger Jahre wurde mit dem Bau der heutigen „Thomas Stangassinger Halle“ begonnen.

Am 12. Mai 1987 eröffneten wir auf Initiative des damaligen Trainers Matthias Singer in Adnet eine Zweigstelle. In den ersten Monaten tummelten sich über 90 Schüler und Jugendliche auf der Judomatte. Im Dezember 1988 wurde Hermann Knapp, Gründungsmitglied des Vereines und Träger des 8. DAN, zum Österreichischen Kampfrichterchef gewählt. Hermann Knapp war schon damals Intern. Kampfrichter und konnte zu diesem Zeitpunkt bereits auf unzählige EM und Europacupeinsätze zurückblicken.

Doppelolympiasieger und Weltmeister Peter Seisenbacher besuchte 1989 die Zweigstelle Adnet. Es begann mit einer Autogrammstunde und am Abend führte Seisenbacher ein Schautraining mit über 50 begeisterten Judokindern durch. Ein großer Erfolg war der erste Selbstverteidigungskurs für Frauen in Adnet im Jahre 1989, der von Hermann Knapp und Albert Ziller geleitet wurde. An diesem Kurs nahmen über 50 Damen jeder Altersgruppe teil. Auch die weiteren SV-Kurse, die vom Verein veranstaltet wurden, waren sehr gut besucht und es konnten auf diese Art und Weise wieder neue Mitglieder für den Verein gewonnen werden. 1990 - 1992 wurde unter freiem Himmel das „Adneter Marmorturnier“ für Mixed-Mannschaften durchgeführt, das jedesmal gewonnen werden konnte. Viele Kämpfer von damals werden noch heute die von der Sonne aufgeheizte Matte in Erinnerung haben, die keine Inaktivität zuließ.


Peter Seisenbacher

Aus organisatorischen Gründen waren wir 1993 leider gezwungen, uns vom ATSV Hallein mit all unseren Mitgliedern zu trennen. Die Gründungsversammlung des neuen „Judoclub Hallein/Tennengau“ fand am 12. Februar 1993 im Gasthaus Seidenau in Adnet statt. Noch im gleichen Jahr wurden die Zweigstellen in Abtenau und Golling eröffnet. Aufgrund dieser Expansionen und der stetig steigenden Mitgliederzahlen wurde der „JC Hallein/Tennengau“ bald zu einem der größten Judovereine im Landesverband Salzburg. Zweigstellenleiter in Abtenau wurde Lehrwart Klaus Helmich und in Golling Lehrwart Günter Höllbacher. Im November 1993 wurde die erste Bezirksmeisterschaft für Schüler und Jugendliche in Hallein organisiert. Seither ist diese Veranstaltung ein fixer Bestandteil im jährlichen Terminkalender geworden.

Die Obfrau des Zivilinvalidenverbandes, Frau Ute Renoth, nahm im Frühjahr 1994 mit dem damaligem Obmann Manfred Mayrhofer Kontakt auf und erkundigte sich, ob ein Selbstverteidigungs- und Judotraining für Behinderte möglich ist. Hermann Knapp – einer der höchsten DAN-Träger Österreichs – und sein Sohn Gerold erklärten sich sofort bereit, dieses schwierige Training mit allen Behinderungsarten zu übernehmen. Das Training wurde zur bleibenden Einrichtung im Verein. Vier KYU-Prüfungen wurden abgehalten, was in Europa einzigartig ist. Die Kosten für diese Prüfungen wurden von Gönnern bestritten. Auch wurde bereits an internationalen Turnieren teilgenommen, wo erste Plätze erkämpft werden konnten. Weitere Aktivitäten der Zivilinvalidengruppe sind auch diverse Vorführungen bei Österreichischen Meisterschaften. Als Trainer der Gruppe fungieren auch Heinrich und Manfred Mayrhofer sowie Alois Lienbacher. Im Jahr 2005 wurde beim Judoclub Hallein/Tennengau die Sektion Judo für Behinderte gegründet, die auch beim Salzburger Behindertensportverband aufgenommen wurde.

Herausragende Leistungen wurden auch von den „Oldies“ im Verein vollbracht. So bestanden Charly Engelsberger mit 66 Jahren und Alex Hegedüs sen. mit 59 Jahren bei der Danprüfung 1995 den 4. DAN souverän. Auch Hans Weikl konnte 2003 mit 62 Jahren die Prüfung zum 3. DAN erfolgreich bestehen. Anlässlich des 30-jährigen Vereinsjubiläums veranstalteten wir 1994 die ASKÖ Landesmeisterschaft, einen Oldies-Abend sowie ein internationales Mannschaftsturnier. Alle Veranstaltungen waren ein voller Erfolg. Beim Oldies-Abend konnten damals von Obmann Manfred Mayrhofer über 400 Besucher im Festzelt in Adnet begrüßt werden. Ein großer Erfolg wurde auch das Livekonzert des Duo’s Waterloo&Robinson, welches am 4. Mai 2001 gemeinsam mit dem Restaurant Neualmerhof veranstaltet wurde. Beim Bau des Adneter Sportheimes 2001/2002 leisteten die Mitglieder des Judovereines ca. 150 freiwillige Schichten. Von der Gemeinde Adnet wurden dem Judoverein ein wunderschönes Dojo und eine Kraftkammer zur Verfügung gestellt. Aufgrund dieser optimalen Trainingsbedingungen ist bei unseren Kämpfern eine merkliche Leistungssteigerung festzustellen.

Wusstest du schon?

Der Judoclub Hallein/Tennengau war früher einmal eine Sektion vom ATSV Hallein. Den ATSV Hallein gibt es heute mit seinen Sektionen "Turnen" und "Handball" immer noch.



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